Island - Das jüngste Land der Erde und zugleich eines der erwachsendsten.

Im Jahr 2014 lud mich ein Freund, der in der alternativen Musikszene sehr bewandert ist, ein, mit ihm eine DVD von einer isländischen Band anzusehen. Bis dato hatte ich weder mit Island geschweige denn mit Bands aus Island in irgend einer Weise Kontakt. Wir machten es uns gemütlich und mein Freund startete den „Film“ Heima von Sigur Rós. Ich wusste gar nicht wofür ich mich mehr begeistern konnte. Die Bilder, die Musik, die Landschaft. Dass Island landschaftlich einzigartig sein sollte, habe ich gehört. Außerdem liegt Island ja auch seit längerem als Reiseland im Trend. Sigur Rós hat mit dem Film Heima ein einzigartiges Portrait von Island und seinen Menschen geschaffen und mir war klar, dass ich baldmöglichst in dieses Land reisen werde. Noch im selben Jahr trat ich die Reise zusammen mit meinem zehnjährigen Sohn an. Zuvor kaufte ich mir noch eine neue Kamera, denn während meiner langjährigen Tätigkeit als Landschaftsarchitekt und Gartenbauer ist die digitalisierung der Fotografie soweit fortgeschritten, dass ich getrost meine analoge Profiausrüstung zuhause lassen konnte und mit einfachren Mitteln ebensogute Bildergebnisse erzielen konnte. Dass dies den Beginn meiner zweiten Fotokarriere markierte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Denn: Irgendwann begann sich meine Art zu fotografieren wie zu verselbständigen. Die Landschaft auf einen Datenträger zu bannen, um Sie als reproduzierten Moment mit nach Hause zu nehmen genügte mir nicht mehr. Ich wollte mein Gefühl festhalten. Etwas was (glücklicherweise) nicht geht. Aber immerhin wollte ich Bilder entstehen lassen, die dem Gefühl, das ich an einem Ort erleben durfte mehr Raum geben, als eine Fotografie, deren Abbild mich lediglich in die Erinnerung zurückholt. Ähnlich wie die Bilder in Heima, die ein Gefühl in mir erzeugten, dass mich in die Zukunft zog. Im Idealfall können meine Bilder dies auch beim Betrachter auslösen. Nicht weil es mir darum geht, Sigur Rós zu kopieren. Sondern weil ich etwas erleben durfte, das ich gerne mit den Betrachtern meiner Bilder teilen möchte.
 
 
Am 5. Tag fuhren mein Sohn und ich zum Rauðisandúr, einem rot- bzw. orangefarbenen Strand in den Westfjorden. Es war schlechtes Wetter, die Wolken hingen so tief, dass wir bei der Fahrt  von dem einen in den nächsten Fjord auf der Hochebene kaum mehr weiterkamen da man maximal 10m Sicht hatte. Die Abfahrt zum Rauðisandúr gestaltete sich sehr abenteuerlich, da die Straße, besser die Piste, sich am steilen Hang entlangschlängelte. Ohne Leitplanken wohl gemerkt. Im schneckentempo ging es bergab und irgendwann lichtete sich der Nebel und unter uns war eine riesige orangene Fläche: der Rauðisandúr. Dass der Strand groß war, wurde ausführlich im reiseführer beschrieben, aber dass er so groß, so weit war haben wir uns nicht vorgestellt. Wir parkten unser Fahrzeug am Beginn des Strandes und machten uns auf zum Meer. Das Wetter war weiter trüb, wir beide zunächst enttäuscht nicht das leuchtende Orange erleben zu dürfen. Doch bald erkannten wir, welches Geschenk auf uns wartete: Das Geschenk der Freiheit in einer noch nie erlebten Form. Die gedeckten Farben des trüben Wetters die unendlichen Weite des Strandes und die große Entfernung zum Meer schenkten uns das Gefühl von Grenzenlosigkeit. Wir konnten sein wie und wo wir wollten, wir konnten tun wonach uns war. Mein Sohn zeichnete riesige Flugzeuge in den Sand während ich begann, Selbstportraits zu machen. Es gab einfach nchts das uns in irgendeiner Weise in unserem Tun hinderte. Zweifel...? Woran. Einfach tun und sein wonach einem gerade ist. Alles ist richtig, alles erlaubt, alles tut gut. Nach langer Zeit des „Austobens“ erreichten wir das Wasser des europäischen Nordmeeres, welches nicht einfach an Land brandete, sondern sich über viele Meter auf langen Bahnen mit dem Land verband um am Ende sanft im orangenen Sand zu versinken.
Wie froh ich um das trübe Wetter war. Hätten doch die strahlenden Farben des Sandes, des blauen Himmels und des Wassers von der eigentlichen Qualität dieses Ortes abgelenkt und uns wohl niemels so weit in die Tiefe der Ruhe und Freiheit vordringen lassen.
 
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